Es gibt ihn noch, den vorbildlichen Bundestagsabgeordneten. […] Seit 40 Jahren legt er sich im Namen der CDU für seine Heimat ins Zeug. […] Das ist seine Lieblingsrolle: Immer wieder lädt er nach Hause zu seinen „Wehrblecker Gesprächen“ ein, diskutiert mit Landwirten, Theologen, Handwerkern oder Vereinsvertretern. […] In seinem Wahlkreis wird die Arbeit von Walter Link selbst vom SPD-Konkurrenten Peter Würtz gelobt, von dem Link den Wahlkreis 1983 erobert hatte: „Ich kann nur sagen: Alle Achtung! Link ist ein Mann, von dem selbst ich einen Gebrauchtwagen kaufen würde.“

(Bild am Sonntag, 1997, über Walter Link)


Prolog – Wehrbleck, den 28. Juli 2012

Liebe Ulla, liebe Ilse, liebe Freunde,

anlässlich des 75. Geburtstages unseres gemeinsamen Freundes Walter Link sind wir heute in seinem Heimatort Wehrbleck zusammengekommen. Denn dem Familien- und Freundeskreis des Verstorbenen ist es ein wichtiges Anliegen, gebührend an die Jahre und Jahrzehnte, die wir gemeinsam mit Walter Link verbracht haben, zu erinnern.

Viele Gäste haben uns bereits im Laufe der Vorbereitungen für die heutige Gedenkfeier geschrieben, dass unsere Einladung zahlreiche Erinnerungen an Walter Link geweckt hat. Dazu gehören auch viele lustige Geschichten - ganz im Sinne von Walter Link, der ein fröhlicher Mensch war. Und deshalb soll auch sein heutiger Ehrentag vor allem ein Tag der Freude sein.

Die Berliner Mauerstele, die wir heute in Wehrbleck eingeweiht haben, steht als Symbol für jenen Ort, an dem unser langjähriger Bundestagsabgeordneter vor allem gewirkt hat. Gleichzeitig symbolisiert das Mauerstück den deutschen Einigungsprozess, den Walter Link - speziell mit der Aktion „Deutsche aus Ost und West besuchen sich Weihnachten“ - intensiv unterstützte. Sein enormes Engagement würdigten der damalige Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl sowie der damalige Bundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker. Darüber hinaus wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Zu Ehren Walter Links hat der Berliner Künstler Kani Alavi, der sich für den Erhalt der verbleibenden Mauerreste einsetzt, die Stele mit Motiven aus dem Leben seines langjährigen Freundes bemalt.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt seines politischen Wirkens lag für Walter Link in der Sozialpolitik, wo er sich u.a. als stellvertretender Vorsitzender der CDA stark gemacht hat. Seine Ziele in diesem Bereich verbanden ihn mit seinem Freund und Wegbegleiter Rainer Eppelmann, der heute die Laudatio gehalten hat. Zusätzliche Anerkennung, auch im Ausland, fand Walter Links Vorsitz in der Enquête-Kommission „Demografischer Wandel“. In späteren Jahren vertrat er als Vorsitzender der BAGSO die Interessen deutscher Seniorenorganisationen. Ferner organisierte er gemeinsam mit Friedhelm Hartkamp die hiesige Litauen-Hilfe, die auch vom heute anwesenden Bischof Mindaugas Sabutis unterstützt wird.

Abschließend möchte ich der Gemeinde Wehrbleck, insbesondere Bürgermeister Heinrich Schwenker sowie Wilhelm Köster, dafür danken, dass hier so schnell und unkompliziert das passende „Fundament“ für diese Ehrung geschaffen wurde. Ein herzliches Dankeschön geht außerdem an den „Nachbarsjungen“ Sebastian Köster für die sorgfältige Erstellung dieser anschaulichen Biografie.

Mit besten Grüßen

Axel Knoerig MdB

 

 

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Was vorwegzunehmen ist

Egal wohin, ich werde überall gebraucht.

Walter Links Leben kannte viele Stationen – vom Sport über die Evangelische Diakonie zur Kommunal-, Landes- und schließlich Bundespolitik. Nach seiner Zeit als aktiver Politiker nahm er sich neuer Aufgaben an: In Litauen unterstützte er den Aufbau einer Diakonie, in Deutschland wurde er zum Vorstandsvorsitzenden der Bundesarbeitsgemeinschaft aller deutschen Seniorenverbände. Auf die Frage nach den Schwerpunkten seiner Zukunft erwiderte er in seiner für ihn typischen gelassenen Selbstbescheidung: „Ich habe mir zum Ziel gesetzt, solange Gott mir die Kraft gibt, werde ich ehrenamtlich die Kirche, den Sport und die Senioren, die Deutschland zu einem blühenden Gemeinwesen gestaltet haben, unterstützen.“ Dabei vergaß er eines nicht: „Dass ich mit 70 Jahren noch die Kraft zu solchen Aufgaben besitze, verdanke ich meinem Schöpfer, meiner Frau und Familie und der schöpferischen Stille in der Zurückgezogenheit meiner liebgewordenen Heimatgemeinde.“

Aufgewachsen ist Walter Link in einem christlichen Elternhaus, das ihn so sehr prägte, dass er sein Handeln eng an den ihm vermittelten Werten ausrichtete. Daher war sein politischer Weg zunächst in die Junge Union und schließlich in die CDU nur konsequent. Dabei profilierte er sich auch über die Partei hinaus als starker Sozialpolitiker. Im In- und Ausland machte er durch die Arbeit als Vorsitzender der Enquête-Kommission „Demografischer Wandel“ auf sich aufmerksam. 1992 wurde seine Arbeit mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse geehrt.

Eine Konstante in seinem Leben war zweifelsohne der Sport, vor allem die Leicht- und Schwerathletik. Über 50 Jahre war er aktiver Leistungssportler – zunächst in seiner Heimat, dann in Oldenburg. Sein Hobby machte er zum Beruf: Als ausgebildeter diakonischer Sportlehrer war er an den von Bodelschwinghschen Anstalten in Freistatt tätig. Zusätzlich engagierte er sich über all die Jahre im Ehrenamt, maßgeblich im Landkreis Diepholz, wo er allein 28 Jahre als Vorsitzender des Kreissportbundes agierte.

Bestimmend in Walter Links Leben waren sein großer Gerechtigkeitssinn sowie der Wunsch, anderen Menschen zu helfen. Und das nicht nur in Deutschland. Die vielen von ihm bekleideten Positionen boten ihm dazu die Möglichkeit. „Ich kann nur richtig arbeiten, wenn ich ständig das Große und Ganze sehe“, sagte er. Und so darf nicht verwundern, dass er sich eines Tages in Berlin eines Horst Ehmke zugesprochenen Satzes bediente, als der Taxifahrer nach dem Zielort fragte: „Egal wohin, ich werde überall gebraucht.“ Er wurde es.

 

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Bestehen lernen – Kindheit und Jugendjahre

Du brauchst keine Angst zu haben, da springst Du einfach drüber.

Geboren wurde Walter Link als jüngstes Kind der Hausfrau Elisabeth Link, geborene Weiß, und des Malermeisters Walter Link am 21. Juli 1937 in Siegen. Da seine Mutter aus Altena im Sauerland stammte, wurde daheim hochdeutsch gesprochen – den Siegerländer Zungenschlag erwarb er damit nicht.

Neben den Eltern, Bruder Hermann und Schwester Ilse lebten auch die Großeltern im Haus der Familie. Ilse heißt heute Steinkamp mit Nachnamen, über ihren Bruder sagte sie: „Wir hatten ein phantastisches Verhältnis. Für die ersten Jahre hatten wir ein gemeinsames Zimmer unterm Dach, später dann hatte jeder sein eigenes.“ Und weiter: „Wenn mir mal einer etwas getan hätte, dann wär da aber was los gewesen.“

„Für das gebe ich kein Geld aus.“ Ein Satz, der die Familie hart treffen sollte. Das war eine Jacke des Bundes Deutscher Mädel, den Walter Links Vater wie den Nationalsozialismus insgesamt nicht unterstützen wollte. Allerdings hörte ein Regimetreuer diese Aussage und denunzierte den Vater. Daraufhin wurde dieser, Jahrgang 1894, der eigentlich nicht mehr für den Fronteinsatz vorgesehen war, eingezogen.

Während der Kriegsjahre hungerte die Familie weniger als andere Familien, weil der Vater in der Nähe von Kassel stationiert war. Die Kinder durften ihn besuchen und wurden dort mit Essen versorgt; außerdem nahm er Lebensmittel bei Besuchen von zu Hause mit. „Als unser Vater jedoch in Kriegsgefangenschaft kam, wussten wir nicht, ob er überhaupt noch lebte. Bis er eines Tages heimkam“, erzählte Ilse Steinkamp. Anders als sein Vater überlebte Bruder Hermann den Zweiten Weltkrieg nicht: Er fiel 1943 als 18-jähriger Fallschirmjäger in Italien; Schwester Ilse war damals zwölf, Bruder Walter sechs Jahre alt.

Wegen der hohen Dichte an Industriebetrieben in Siegen war die Stadt häufiges Ziel von Bombardements seitens der Alliierten gewesen. Das Haus der Familie Link stand nach dem Krieg zwar noch, nur hatte es keine Scheiben mehr. Es wurde gehungert und gefroren. Zu dieser Zeit beichtete Walter Link einmal einem Freund: „Ich habe mir heute heimlich eine Schnitte Brot abgeschnitten und Mutter weiß nichts davon.“

 

Nicht nur sich, sondern auch Etwas bewegen – In Sport und Politik

Zehn Jahre war Walter Link alt, als er zur Leicht- und Schwerathletik fand – Sport sollte seither eine wichtige Rolle in seinem Leben einnehmen. Sehr bald entwickelte sich aus der großen Sportbegeisterung eine Leistungsorientierung: Als Zwölfjähriger wurde er Siegerländer Kreis-Waldlaufmeister. Parallel zum aktiven Sport engagierte er sich sogleich im Ehrenamt, so etwa in der Leichtathletikabteilung seines ersten Vereins, den Sportfreunden Siegen. Nach einiger Zeit gehörte er auch dem Vorstand des Siegerländer Kreisleichtathletik-verbandes an, wo er die notwendige Verbindung von Theorie und Praxis erlernte.

Bei alledem ist nur verständlich, dass seine Sportbegeisterung keineswegs vor seinem Umfeld Halt machte: „Mich nahm er zum Beispiel bei jeder Gelegenheit mit zur großen Sporthalle, die hinter dem Bahnhof lag. Dort sollte ich Hürdenlauf machen. ‚Du brauchst keine Angst zu haben, da springst Du einfach drüber‘ oder ‚Stell dich nicht so an, wenn Du mal fällst‘ – ja, er wusste zu motivieren“, berichtete seine Schwester schmunzelnd, um dann hinzuzufügen: „Sport war Walters A und O.“

Politisches Interesse wurde im Alter von 14 Jahren in Walter Link geweckt. 16-jährig trat er in die Junge Union (JU), mit 18 in die Christlich Demokratische Union (CDU) des Siegerlandes ein. Zuvor nahm er unterschiedlichste politische Jugendorganisationen genau unter die Lupe. Betrachteten sich Protestanten und Katholiken in der Weimarer Republik als Widersacher, schlossen sie sich in der Nachkriegszeit zu einer gemeinsamen Partei zusammen, um generationenübergreifend mit Arbeitnehmern wie Arbeitgebern zusammenzuarbeiten. Diese Volkspartei faszinierte ihn auch wegen seiner christlichen Erziehung.

Rückblickend merkte er zwar kritisch an: „Es gibt keine Partei, die all meinen Vorstellungen entspricht. Aber die CDU kam damals und kommt heute meinen Vorstellungen am nächsten.“ Konkret reizten ihn die Realisierung der Sozialen Marktwirtschaft, das politische Konzept der Wehrhaften Demokratie, das Bekenntnis zum Westen, aber auch die Jugend-, Familien- sowie Sportpolitik. Kein Wunder also, dass er seiner Partei über all die Jahre treu blieb.

Freilich mischte er auch bald aktiv in der Jungen Union mit, bei der „Walter immer dick im Rennen“ war, wie Ilse Steinkamp sagte. Noch vor seiner Einberufung zum Wehrdienst fungierte er in den JU-Verbänden der Stadt Siegen sowie des Landkreises als Vorsitzender. Aus diesen Funktionen sollte sich eine Leidenschaft entwickeln.

 

Eigene Wege gehen – In der Arbeitswelt

Dass Walter Link einmal Politiker werden würde, gehörte eigentlich nicht zum Plan. Zumindest dann nicht, wenn es nach dem jüngsten Bruder Walter Link seniors, Fritz Link, gegangen wäre. Dieser war Manager bei SIEMAG, einem der größten Unternehmen des Siegerlandes. Er wollte, dass sein Patenkind dort tätig wird und anschließend studiert. Daher verschaffte er Walter Link 1951 (bis dahin besuchte jener die Volksschule) eine Facharbeiter-Ausbildung zum Former. Das Ziel war, ihn zum Gießerei-Ingenieur zu machen; Praktika als Modellschreiner und Laborant gehörten somit zum Programm.

Eigentlich wollte Walter Link die Facharbeiter-Ausbildung zum Former nicht antreten, aber unter den damaligen Umständen hätte niemand gewagt, die Chance auf Ausbildung und Arbeit abzulehnen. Auf die gleiche Art erhielt auch seine Schwester ihre Stelle als Stenotypistin bei SIEMAG, worum beide arg beneidet wurden.

Im Anschluss an seine Ausbildung leistete Walter Link seinen Wehrdienst bei der Luftwaffe in Oldenburg; insgesamt diente er vier Jahre. Dort trat er auch einem Sportverein sowie der örtlichen CDU und JU bei – letztere führte er für eine gewisse Zeit als Kreisvorsitzender. Ganz Leistungssportler trainierte er häufig in der damaligen Sportschule der Bundeswehr in Sonthofen, wo er sich auf internationale Leicht- und Schwerathletikvergleichskämpfe vorbereitete.

Danach, 1962, entschied sich Link für eine fünfjährige Ausbildung zum Diakon in der westfälischen Diakonieanstalt Nazareth in Bethel bei Bielefeld, wo er auch ein Jahr als Kreisvorsitzender der Jungen Union wirkte. Dem evangelischen Orden gehörte er bis zu seinem Tode an. In dieser Periode holte er seine Bildungsreife nach und lernte im Zuge eines Diakonenpraktikums in den von Bodelschwingschen Zweiganstalten in Freistatt Niedersachsen, insbesondere aber den Landkreis Diepholz sehr schätzen.

Jedoch führte diese berufliche Umorientierung zu einem Zerwürfnis mit seinem Patenonkel, der ihn unbedingt bei SIEMAG unterbringen wollte. Erst als sich bei Walter Link der berufliche Erfolg einstellte, wendete sich Fritz Link ihm wieder zu und stattete seinem Patenkind sogar einen Besuch in Wehrbleck ab.

Die christliche Erziehung im Elternhaus fand sich bereits in Walter Links Berufsbiografie wieder. Ihr folgte der Sport: Als examinierter Diakon begann der aktive Leistungssportler eine verkürzte Ausbildung zum staatlich anerkannten Sportlehrer mit der Befähigung zur Freizeitpflege an der Deutschen Sporthochschule Köln.

 

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Ortswechsel – Leben und Wirken im Landkreis Diepholz

Ich bin nicht nur im Wahlkampf vor Ort, sondern ich behaupte von mir, das immer zu tun. In allen Organisationen des vorpolitischen Raums, aber auch des politischen Raums.

Mitte der 1960er Jahre lernte Walter Link seine spätere Frau Ursula Scheler kennen, die in Freistatt aufwuchs und lebte: „Nach meiner Rückkehr aus den USA habe ich mir ein Auto gekauft. Eines Tages wollte ein Freund von mir seine Freundin aus Düsseldorf abholen, wozu er ein Auto brauchte. Ich wollte mein neues aber nicht aus der Hand geben und bin selber gefahren. Als ich bei besagtem Freund ankam, stand da noch einer: Tja, und das war dann Walter. Mein Auto wurde noch öfter gebraucht und er war dann immer mit dabei. Schließlich hat sich das so mit uns ergeben.“

Zu diesem Zeitpunkt besaß Walter Link noch keinen Führerschein, trotzdem war er schon vielseitig engagiert. Da ihn die öffentlichen Verkehrsmittel nicht überall hinbringen konnten, machte Ursula Link „aus reiner Freundschaft Fahrdienste. Ich fuhr ja wahnsinnig gern Auto.“

Zusammen fuhren sie 1967 auch nach Köln, wo Walter Link die Aufnahmeprüfung an der Deutschen Sporthochschule Köln ablegen musste. „Nachher erzählte er mir, dass er vom Zehnmeterturm springen musste und es so fürchterlich gewesen sei, dass er fast daran gescheitert wäre. Aber er hat es ja doch geschafft.“ Mangels Führerscheins fuhr er stets mit dem Zug, „bis er eines Tages mit seiner Fahrerlaubnis wiederkam. Und dann stand ich wieder ohne Auto da“, so Ursula Link.

Im Juli 1966 verlobten sich Ursula Scheler und Walter Link. Zwei Jahre später zog er nach Freistatt, im April desselben Jahres heirateten die beiden. Im Juni 1983 zog das Ehepaar dauerhaft nach Wehrbleck.

Ungefähr zehn Jahre, bis 1978, arbeitete Walter Link als Diakon in den von Bodelschwinghschen Zweiganstalten in Freistatt. Seinen Arbeitsschwerpunkt bildete die Therapie von über 100 schwer erziehbaren Jugendlichen sowie 60 alkoholkranken Männern aus dem zuständigen Fachkrankenhaus. Wochenenden gab es für Diakone praktisch keine. Dennoch qualifizierte er sich weiter und absolvierte von 1971 bis 1974 an der Fachhochschule für Sozialpädagogik des Stephansstifts Hannover eine berufsbegleitende Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher.

 

Sport – Leistung und Leidenschaft leben und lehren

Als Sportlehrer wurde Walter Link zusätzlich die Aufgabe übertragen, mit den ihm anvertrauten Menschen Sporttherapie zu betreiben, was er als „Lebensqualität“ bezeichnete. Kurz nach Aufnahme seiner Arbeit forderte er den Bau einer Sporthalle in Freistatt. Ilse Steinkamp: „Für die hat er sich schwer eingesetzt.“ Zeitnah wurde sie daraufhin gebaut - als seinerzeit modernste im Landkreis Diepholz. Ihre Einweihung übernahm die Sulingerin Liesel Westermann, ihres Zeichens Weltrekordlerin im Diskuswerfen.

Ebenfalls 1968 gründete Walter Link den SV Freistatt, dessen Vorsitzender er bis 1972 war, sowie eine Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Hiermit wollte er bezwecken, dass die Heimbewohner zusammen mit den Menschen aus der Umgebung Sport treiben konnten: Integration stellte für ihn einen ungemein wichtigen Bestandteil seines Arbeitsverständnisses dar.

Aus diesem Grunde kümmerte er sich auch noch in seiner Freizeit um Jugendliche, die sehr viel Spaß an Sport hatten. Um besonders Talentierte besser fördern zu können, richtete er einen Stützpunkt des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbandes in Freistatt ein, den er betreute. Mit zum Programm gehörten Teilnahmen an Kreis- und Bezirks-, vereinzelt an Landesmeisterschaften. Gleichzeitig bildete Walter Link in seiner Eigenschaft als Mitglied des Lehrstabs des Landessportbundes (LSB) mehrere hundert Übungsleiterinnen und -leiter aus.

Hervorzuheben sind die sportlichen Leistungen des Kirchdorfer Hammerwerfers und Kugelstoßers Askold Meyer. Seit 1973 trainierte Walter Link den damals 13-Jährigen, mit dem er sogleich zu den Bezirksmeisterschaften fuhr. Beim Hammerwurf wurden 24 Meter erreicht. Nur ein Jahr später gewann Askold Meyer die Landesmeisterschaften im Hammerwerfen und Kugelstoßen; diese Erfolge konnten in den folgenden Jahren regelmäßig gefeiert werden. Ebenfalls 1974 kam es für beide zu einer Sensation: Bei den Deutschen Meisterschaften flog Askold Meyers Hammer 57,92 Meter weit, womit er einen deutschen Rekord aufstellte und sich den Meistertitel sicherte. „Das Geheimnis unseres Erfolgs lag in der Art und Weise, wie du mich angenommen hast: Hart als Athlet – es wurde stets ein strammes Programm durchgezogen –, aber auch konsequent, wenn du mit mir als Jugendlichem umgingst. Im Elternhaus hatte ich meistens freie Bahn, bei dir lernte ich, dass alles erarbeitet sein will“, ließ Askold Meyer Walter Link an dessen 60. Geburtstag wissen. Wie sehr ihm an seinem Vorzeige-Athleten gelegen war, zeigte sich bei der abgelehnten Möglichkeit, Mitte der 1970er für das Amt des Landrats zu kandidieren. Denn bei alledem verlor Walter Link nicht aus dem Blick, dass es auch noch den Schüler Askold Meyer gab. Dieser erinnerte sich: „Zwei Jahre später waren wir immer noch deutsche Spitze, leider meine schulischen Leistungen nicht. Deinen Kommentar dazu weiß ich noch heute genau: ‚Ein guter Sportler und ein schlechter Schüler. Das passt nicht zusammen!‘ Und tatsächlich, binnen eines halben Jahres war das Thema erledigt, die Noten wieder in Ordnung.“

Ferner nahm er etlichen Heranwachsenden das Deutsche Sportabzeichen ab oder brachte ihnen das Schwimmen bei. Einige motivierte er sogar dazu, den Grund- beziehungsweise Leistungsschein der DLRG, deren stellvertretender technischer Leiter er im Bezirk Huntegau war, zu machen. Hinzu kamen jährlich im Januar durchgeführte Ausflüge in die Jugendherberge im Torfhaus (Harz), wo die Jugendlichen Skifahren lernten. „Walter war sehr oft mit den Jugendlichen unterwegs“, berichtete Ursula Link. „Manchmal fuhr er auch mit ihnen zum Dümmer, wo er dann Wache schob, während gebadet wurde.“

1971 folgte Walter Link auf Wilhelm Köster in der Position des Kreisfachwarts für Leichtathletik im Landkreis Grafschaft Diepholz; diesen Posten hatte er bis 1976 inne. Von 1972 bis 1977 fungierte er außerdem als stellvertretender Vorsitzender des früheren Kreissportbundes Grafschaft Diepholz. Dieses Amt nahm er nach der Kreisgebietsreform 1977 ebenso von 1978 bis 1982 im neu gegründeten Kreissportbund (KSB) Diepholz wahr. Ebenfalls 1978 bis 1982 war er Referent für Lehrarbeit bei der Sportjugend Diepholz.

1982 wählten ihn die Mitglieder des KSB zu ihrem Vorsitzenden, was er bis zu seinem Tode blieb. Sein ehemaliger Stellvertreter Peter Schnabel: „Walter war maßgeblich daran beteiligt, dass der KSB auf einer so großen Basis aufgestellt ist.“ Konkret ist der Kreissportbund Diepholz mit etwa 50.000 Mitgliedern die größte Organisation im Landkreis. Daneben hatte Walter Link den Umweltschutz im Blick, weswegen er Kontakt mit Fritz Brickwede von der Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück aufnahm. In Kooperation mit dem Umweltinstitut in Stuhr führten sie einen Modellversuch Sport und Umwelt durch, wobei insbesondere die Licht- und Duschanlagen in den Sportstätten überprüft wurden. Ziel dieses Unterfangens war eine Reduzierung des Energieverbrauchs einerseits, ein Verständnisgewinn für umweltfreundliches Bauen andererseits.


KSB-Vorsitzender Link: Förderer des Sports im Landkreis Diepholz, hier bei der Auszeichnung des Trainers der Boxsparte des TuS Syke, Günter Weniger (Privat)

Auf den Punkt brachte Erich Hollwedel vom KSB den Einsatz Walter Links für den Sport im Landkreis Diepholz: „Walter war ein Garant dafür, dass die Sportvereine finanzielle Unterstützung erfuhren und sich die Hallensituation immens verbesserte. So konnten sie vernünftige Arbeit machen.“ Dies war zum Beispiel der Fall, als er die mit Landesmitteln getragene Übungsleiterfinanzierung mithilfe der Sparkassen und Volksbanken sicherte. Weitere Unterstützung bot zudem Walter Links Einsatz dafür, dass beim Großteil der Sporthallen im Landkreis Diepholz keine Nutzungsgebühren entrichtet werden mussten, woran sich bis heute nichts geändert hat. 2008 war es Walter Link, der erstmals den neu gestifteten Großen Ehrenteller des Kreissportbundes Diepholz „für außergewöhnliche Verdienste um die Förderung des Sports“, wie es Peter Schnabel ausdrückte, verliehen bekam.

„Das öffentliche Leben und unsere Gesellschaft würden nicht so gut funktionieren, wenn es in Deutschland nicht Millionen von Männern und Frauen gäbe, die im Ehrenamt tätig sind“ – Worte des Überzeugungstäters Walter Link. Den Landessportbund veranlasste diese gelebte Ansicht dazu, ihm am 24. Februar 1998 die Goldene Verdienstnadel am Revers zu verleihen. In seiner Laudatio hob der LSB-Ehrenvorsitzende Günter Volker hervor: „Walter Link zeichnet besonders aus, dass er immer Diener des Sports gewesen ist. Diesen Einsatz, dieses Vorleben des Ehrenamtes, muss man hervorheben, da er seit 20 Jahren im Beruf stark gefordert ist. Ich persönlich schätze überdies seine Eigenschaft, auch in ernsten Lagen nie den Humor zu verlieren.“

Trotz all dieser Aktivitäten forderte Walter Link nicht nur andere, sondern auch sich. Dem Leistungssport blieb er über die Jahre verbunden. In den 1950er Jahren lernte er Rolfgünter Jabs bei den Sportfreunden Siegen kennen, mit dem er viele sportliche Gemeinsamkeiten aufwies: Beide waren Schwerathleten und betrieben Kugelstoßen sowie Hammer-, Diskus- und Speerwerfen. 1959 wurde Rolfgünter Jabs Bundestrainer beim Deutschen Leichtathletikverband, der Kontakt blieb aufrecht. „Heute sage ich im nachhinein: Wenn er nicht so viel Zeit für die Politik und die Junge Union benötigt und diese Zeit mehr für den Sport genutzt hätte, wäre er im Sport so erfolgreich gewesen wie er es heute in der Politik ist“, meint Rolfgünter Jabs. Nichtsdestotrotz kann sich Walter Links sportliche Bilanz sehen lassen: Er war Niedersächsischer Meister im Diskuswerfen und nahm ebenso an Welt- wie Europameisterschaften teil. Seinen größten Triumph feierte er mit 50 Jahren, als er bei den Europameisterschaften der Senioren im Hammerwerfen die Bronzemedaille errang.

 

Politik – Ausgerechnet ein Zugezogener und politischer Exot

CDU-Kreisvorsitzender Walter Link gratuliert Karl Klare
(3. v.l.) zu seiner erneuten Nominierung als Landtagskandidat
(Sulinger Kreiszeitung vom 27. März 1973)

Gleich im Anschluss an seinen Umzug nach Freistatt trat Walter Link 1968 in die JU und CDU im Landkreis Diepholz ein – alsbald fand er sich in den Vorständen beider Vereinigungen wieder. Speziell seine Wahl zum CDU-Kreisvor-sitzenden 1973 sorgte für eine große Überraschung in der Region: Erstmals wurde ein in den Landkreis Zugezogener in dieses Amt gewählt und mehr noch: Der neue Vorsitzende besaß keinen landwirtschaftlichen Hintergrund. Noch dazu wohnte er in der Anstaltsgemeinde Freistatt, mit deren Ansehen es nicht zum Besten stand. Und es hatte einen etablierten Gegenkandidaten gegeben, den kurz zuvor gewählten CDU-Bundestagsabgeordneten Richard Ey aus Quernheim. „Man sah damals einen politischen Exoten in mir“, hat Walter Link die Situation 1978 beschrieben.

Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen sprachen ihm 95,3 Prozent der Delegierten das Vertrauen aus – übrigens sein schlechtestes Ergebnis bei Vorstandswahlen. Das beste erhielt er vier Jahre später mit 99,4 Prozent. Bis zur Kreisgebietsreform 1977 gelang es Walter Link mittels einer flächendeckenden Gründung von Stadt- und Gemeindeverbänden, die Mitgliederzahl der CDU von weniger als 300 auf über 800 zu steigern. Mit der Erkenntnis, dass die unpopuläre Kreisgebietsreform nicht verhindert werden könne und eine ebenso einheitliche wie effiziente Parteistruktur im neuen Landkreis Diepholz benötigt werde, entschlossen sich die Kreisverbände Grafschaft Diepholz und Grafschaft Hoya für einen Fusionsparteitag. Eigens hierfür wurde am 12. Dezember 1977 ein Kreisparteitag anberaumt: Nach ausgiebiger Diskussion wurde Walter Link als CDU-Kreisvorsitzender vorgeschlagen und als „Brückenbauer“, wie er diese Position verstand, gewählt. Sein einstiger Stellvertreter Josef Meyer: „Walter Link hat als Kreisvorsitzender einen Führungsstil geprägt, der eine reibungslose Zusammenarbeit im Kreisvorstand ermöglichte. Immer wieder gab er Impulse für die Arbeit in den Vereinigungen und Ausschüssen.“ Für seine engagierte, von Mitmenschlichkeit geleitete Tätigkeit ehrte ihn der Kreisverband 1992 mit dem Ehrenteller in Silber.

Bei den Kreisvorstandwahlen 1999 trat Walter Link nicht wieder an. Ursprünglich wollte er diesen Schritt schon fünf Jahre früher gehen, doch angesichts der damals bevorstehenden Bundestagswahlen sagte er in einem Interview mit der Sulinger Kreiszeitung: „Wenn jedoch die CDU meint, ich solle im Jahre 1994 noch einmal den Kreisvorsitz übernehmen, werde ich mich hier nicht verweigern können und dies noch für ein Jahr tun.“ Auch nachdem Walter Link dieses Amt schließlich in Karl-Heinz Klares Hände übergab, blieb er dem Kreisverband weiterhin eng verbunden: Als sein Ehrenvorsitzender.

1976 gewann Walter Link ein Mandat für den Diepholzer Kreistag, dem er bis zu seinem freiwilligen Ausscheiden 2006 angehörte. Gerade wegen seines beruflichen Hintergrundes setzte er sich intensiv mit der Arbeit des ehemaligen Jugendwohlfahrts- und späteren Jugendhilfeausschusses auseinander, dessen Vorsitzender er zugleich war. Während dieser Zeit entwickelte Walter Link ein freundschaftliches Verhältnis zum CDU-Kreisfraktionsvorsitzenden und späteren stellvertretenden Landrat, Wilhelm Evers.

Bei den Kommunalwahlen 1981 kandidierte Walter Link zusätzlich und mit positivem Ergebnis für den Kirchdorfer Samtgemeinderat. Von 1986 bis zu seinem freiwilligen Ausscheiden 2003 stand er hier der CDU-Fraktion vor. Mit Erfolg setzte er sich unter anderem für den Bau größerer Turnhallen sowie die Erneuerung von Schulen ein. Darüber hinaus brachte er den Ausbau des Geh- und Radwegenetzes voran und trat für eine Lösung der umweltbelastenden Abwasserprobleme ein. Walter Link, der Macher: „Da geht es nicht um Regierung oder Opposition, sondern es gilt, gute sachliche Arbeit in den Mittelpunkt zu stellen“, teilte er am 14. Januar 1989 in der Kreiszeitung mit.

Walter Links Art gefiel den Menschen im Landkreis Diepholz, sie vertrauten ihm. In der Sulinger Kreiszeitung vom 05. Juni 1996 war gar von einer „Wahlkampflokomotive“ zu lesen, deren Wesen im Nachbericht zum CDU-Kommunal-Parteitag folgendermaßen beschrieben wurde: „Ohne rhetorische Umwege setzte MdB Walter Link den Kampagnen-Zug auf die Schiene und gab sich dabei japanisch: ‚Nur Verlierer jammern‘ – so laute dort ein Sprichwort, ‚und wir haben hier kein Jammertal!‘“ Darüber hinaus wurde Walter Link aber auch viel zugetraut. Im Klönsnack vom August 2002 wird deutlich, weshalb: „Ich bin nicht nur im Wahlkampf vor Ort, sondern ich behaupte von mir, das immer zu tun. In allen Organisationen des vorpolitischen Raums, aber auch des politischen Raums.“

Immer wieder wurde Walter Links bundespolitischer Einsatz für die Bürger in der Samtgemeinde Kirchdorf gewürdigt, 1992 sogar fraktionsübergreifend. Samtgemeindebürgermeister Heinz Albers sagte, bevor er zur Ehrung den Wappenteller der Samtgemeinde Kirchdorf an ihn übergab: „Es ist belebend und erfrischend, wenn du ab und zu mal kräftig auf den Tisch klopfst.“ Tatsächlich galt Walter Link als ein nicht ausschließlich geduldsamer Antreiber in der Union, sei es auf Kommunal-, Landes- oder Bundesebene. Den Parteifreunden war dabei allgegenwärtig, was der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende im Samtgemeinderat Kirchdorf, Günter Sprick, 1997 formulierte: „Wir danken dir für deine gute Arbeit, die Du seit vielen Jahren in unserer Samtgemeinde für die Menschen leistest. Wir sehen dies bei deinen vielen weiteren Aufgaben nicht als selbstverständlich an.“

Die Verbindung christlicher Werte mit Sportbegeisterung und Politik zeichnete seine Arbeit nicht nur im Landkreis Diepholz aus: Als Walter Link in die Landes- beziehungsweise Bundespolitik ging, legte er weiterhin großen Wert auf den Kontakt mit den Menschen vor Ort. „Der Politiker muss sein Ohr am Bürgersteig haben“, begründete er die Vielzahl seiner Ämter. Wilhelm Köster, der mit Walter Link im Kreissportbund eng zusammenarbeitete, sagte hierzu: „Er war immer konsequent in seiner Aufgabenerledigung. Als er dann in die große Politik ging war, Walter natürlich immer stark eingebunden, er hat sich ja überall engagiert. Trotzdem er hat es doch öfter mal geschafft, an den Sitzungen teilzunehmen. Das war schon beeindruckend, weil er extra für ein paar Stunden von Bonn und später Berlin herkam.“

 

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Für andere da sein – Sozialpolitik im Fokus

Eine wertelose Politik wäre auch eine wertlose Politik

Seine Orientierung am christlichen Glauben, seine Hobbies, sein Beruf als Diakon und nicht zuletzt das Bedürfnis, für andere da sein zu wollen – die Summe all dessen führte Walter Link zu dem Entschluss, seinen Gestaltungsdrang in der Politik auszuleben. „Ich habe wirklich lange überlegt, ob ich mit dieser Freiheit, die Walter für seine Arbeit brauchte, leben kann. Und dann habe ich mich entschlossen, das machen zu wollen. Allerdings: Er hat sich manchmal mehr bemüht als mir lieb war“, schilderte Ursula Link.

 

Der Name erhält einen Zusatz – Walter Link MdL

















Mit dem Wahlkampf-Mobil 1978 in den Landtag. Auf dem Bild

sind außerdem (v.l.) Hans-Ulrich Püschel, jahrzehntelanger
CDU-Kreisgeschäftsführer, sowie Askold Meyer zu sehen.
(CDU Diepholz)

21. Juni 1978 – Walter Links Arbeitswelt war eine gänzlich neue: Von seinen Aufgaben in den von Bodelschwinghschen Anstalten beurlaubt, war er nun der direkt gewählte Abgeordnete seiner Region für den Niedersächsischen Landtag. „Auf seine Vorstellungen für sein Wirken im Landtag angesprochen, erhoffte er sich, Link, daß ihm wegen seines beruflichen Engagements als Diakon in den Freistätter Anstalten ein Einsatz im sozialen Bereich ermöglicht werde. Außerdem strebe er einen Sitz in einem Ausschuß an, der auf den weiteren Bereich der Wirtschaft Einfluß habe. Sein Ziel sei es, dazu beizutragen, daß das Stadt-Land-Gefälle abgebaut werde“, hieß es in der Sulinger Kreiszeitung vom 06. Juni des Jahres. Seine Hoffnung sollte nicht enttäuscht werden, ihm wurden in seiner Zeit als Landtagsabgeordneter (MdL) sozialpolitische Themen anvertraut: Im Ausschuss für Jugend und Sport, im Unterausschuss „Strafvollzug“ sowie im Ausschuss für Sozial- und Gesundheitswesen.

In seiner ersten Rede vor dem Niedersächsischen Landtag am 12. Dezember 1979 sagte Walter Link: „Ich meine, dass es das Ziel aller Jugendarbeit sein muss, jungen Menschen zu helfen, sich zu selbstständigen, eigenverantwortlichen, kritikbereiten und kritikfähigen Bürgern zu entwickeln, die zugleich aber um ihre Pflicht zur Solidarität mit ihren Mitbürgern wissen.“ Am 27. Juli 2001 formulierte er in einer Ansprache anlässlich der Freisprechungsfeier des Malerhandwerks noch drastischer: „Wir brauchen eine neue Kultur der Selbstständigkeit in Deutschland. Dies ist die Schicksalsfrage für unser Land im 21. Jahrhundert.“ Er wusste, wovon er sprach. Jugendlichen Freiräume in ihrer Entwicklung zu lassen, hielt er für selbstverständlich. Gleichwohl legte er aber Wert darauf, dass mit Rechten auch Verantwortung einhergeht.

Eine weitere Parallele zu seinem Berufsleben als Diakon ereignete sich schon vorher, am 07. September 1979. Mit einigen Freunden gründete er einen gemeinnützigen Verein zur Hilfeleistung für Suchtgefährdete und Suchtkranke sowie deren Angehörige. „Es handelt sich um ein soziales Resozialisierungszentrum“, stellte er den Verein am 14. Februar 1980 vor dem Landtag vor. Unterstützung erfuhr dieses Projekt vom Niedersächsischen Sozialminister Hermann Schnipkoweit, sodass die Mittel zum Bau eines Hauses für Alkoholkranke in Freistatt bereitgestellt wurden. Dies entlastete nicht nur in Niedersachsen viele Krankenhäuser enorm, die sich bis zu diesem Zeitpunkt solcher Patienten angenommen hatten. In Freistatt konnte ihnen nun eine Langzeittherapie angeboten werden.

Wenige Wochen später, am 08. Mai, stellte Walter Link im Rahmen dieser Thematik seine Schlagfertigkeit unter Beweis: „Wissen Sie, Herr Kollege Silkenbeumer, ich habe zwölf Jahre mit solchen Jugendlichen zusammengearbeitet und lasse mir so etwas nicht unterjubeln. Ich brauche nicht drei Tage in das Drogenberatungszentrum zu gehen, um zu wissen, was dort los ist. Ich weiß das aus eigener Erkenntnis.“ Nur bedingte Verwunderung kam deshalb auf, als im stenografischen Bericht vom 21. Mai 1981 folgender Zwischenruf des Kollegen Jürgen Gansäuer (CDU) zu lesen ist: „Walter, gib’s ihnen!“ Und er tat es. Beispielhalber, indem er auf einen in demselben Bericht leider nicht dokumentierten Zuruf der Sozialdemokratin Ruth Bühren-Gamb erwiderte: „Ja, gnädige Frau, das mit der Amme haut bei Ihnen nicht so ganz hin!“ Es folgt der Vermerk „(Heiterkeit)“.

Ebenfalls in diese Legislaturperiode fiel die Entscheidung, in Freistatt neben den Schülern im Jugendalter gleichsam jüngere zu unterrichten; zusätzliche Lehrkräfte wurden im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bereitgestellt. „Also holte Walter den damaligen Kultusminister Werner Remmers persönlich hierher, um ihm die Schule vorzustellen. Danach bekam Freistatt die ersten Beamtenstellen“, erzählte Ursula Link und weiter: „Es war immer was und viele kamen zu uns nach Hause. Etwa die Bauern wegen der Milchquote; Lehrer, die keine Stelle fanden; Leute, die Probleme mit ihrer Baugenehmigung hatten; Eltern, die sich um ihr Sorgerecht stritten…“ Während ihrer Auflistung erinnerte sie sich an einen „Stammgast“, dem ständig Schwierigkeiten wegen seines Gogomobils ins Haus standen. „Ihm konnte Walter immer helfen, und als Wahlen waren, erinnerte Walter an diesen Termin. Aber besagter Mann verschlief und Walter sagte abends zu mir: ‚Da bemüht man sich vier Jahre und dann kriegt man noch nicht mal die Stimme.‘

Rasch entwickelte sich Walter Link zum Vollblutpolitiker. Bei den Landtagswahlen 1982 verteidigte er sein Direktmandat, die CDU-Fraktion wählte ihn zum Sozial- und Gesundheitspolitischen Sprecher. Lange sollte er diesen Posten nicht wahrnehmen.

 

Vom Former zum Reformer – Walter Link MdB

Ursprünglich gehörte der Wechsel in die Bundespolitik nicht zu Walter Links Plänen, bis die vorgezogenen Bundestagswahlen 1983 kamen. Den CDU-Mitgliedern im Bundestagswahlkreis Diepholz erschien er als der beste Kandidat, um SPD-Mann Peter Würz zu schlagen. Die fünf weiteren Bewerber für die Nominierung des CDU-Bundestagskandidaten verzichteten auf eine Kampfabstimmung, ins Rennen geschickt wurde Walter Link. Mit knapp 12.000 Stimmen Vorsprung eroberte dieser das Mandat. Insgesamt viermal wurde Walter Link direkt in den Deutschen Bundestag gewählt, zweimal zog er über die Landesliste ein. 2004 kündigte er seinen Rückzug aus der Politik an und kandidierte 2005 nicht mehr.

Sechs Jahre, 1987 bis 1992, war er Obmann im Ausschuss für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit; 1993 bis 1994 saß er dem Ausschuss für Familie und Senioren vor. Zuletzt war er von 2002 bis 2005 stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. In den letzten zwölf Jahren seiner Karriere als Politiker war er außerdem Mitglied im Sportausschuss. Die nach eigener Aussage für ihn schönste Aufgabe als Parlamentarier begann 1994, als er Vorsitzender der Enquête-Kommission „Demografischer Wandel – Herausforderungen unserer älter werdenden Gesellschaft an den Einzelnen und an die Politik“ wurde. Als es vier Jahre später wieder um die Besetzung dieser Position ging, erhielt Walter Link abermals die Zustimmung sämtlicher Fraktionen, die begonnene Arbeit fortzuführen und zum Abschluss zu bringen.

In der Kommission waren 16 Mitglieder des Deutschen Bundestages aus allen Fraktionen sowie zehn Sachverständige aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen vertreten. Letztere wurden von den Fraktionen vorgeschlagen, so etwa der Finanz- und Wirtschaftspolitikwissenschaftler Professor Bert Rürup, zu dem Walter Link eine sehr enge Freundschaft entwickelte. Vom Parlament wurde der Kommission der Auftrag erteilt, die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen sowie sozialen Auswirkungen einerseits des demografischen Wandels, andererseits der Ein- und Auswanderung zu untersuchen, um darauf aufbauend Handlungsempfehlungen für die Politik zu entwickeln. Unter diesem Gesichtspunkt wurde oft von der „Zukunftskommission“ gesprochen. Insofern war Walter Link ein begehrter Redner und Gesprächspartner vieler Organisationen und Unternehmen im In- wie Ausland. 2002 besuchte er mit der Bundesministerin für Frauen, Senioren, Familie und Jugend, Christine Bergmann, die Weltkonferenz zu Altersfragen in Madrid. Basis hierfür waren entsprechende Zwischenberichte, die 1994 und 1998 vorgelegt wurden.

Am 25. April 2002 fand im Deutschen Bundestag die Diskussion des Schlussberichtes der Kommission statt. In seiner Rede dazu stellte Walter Link klar heraus: „Eine optimale Bevölkerungsgröße und Altersstruktur gibt es nicht. Was es gibt, ist die Herausforderung an die Gesellschaft und die Politik, veränderte demografische Rahmenbedingungen zur Kenntnis zu nehmen und sich ihnen zu stellen.“ Im selben Jahr überreichte er den Schlussbericht an den Präsidenten des Deutschen Bundestags, sowohl in Deutschland als auch Europa fand er große Beachtung, wie eine hohe Auflage englischer Übersetzungen belegt.

Um wirklich nur einige Ergebnisse zu skizzieren: Der Aussicht auf ein schwindendes generationenübergreifendes Zusammenleben wird seither mit dem Bau von Mehrgenerationenhäusern begegnet. Beim Renteneintritt spielt nicht mehr allein das Lebensalter, sondern immer mehr die Lebensleistung eine entscheidende Rolle. Davon abgesehen warb die „Zukunftskommission“ für eine Erhöhung des Renteneintrittsalters, die Walter Link folgendermaßen begründete: „Nur 38 Prozent der 55- bis 64-jährigen Deutschen sind 2002 erwerbstätig. In den USA sind dies 60 und in der Schweiz sogar 64 Prozent.“ Weiterhin stand die Forderung einer höheren Anerkennung von Erziehungsleistungen als bedeutsame Aktivität im Sinne des Generationenvertrags im Schlussbericht, wobei zugleich auf eine bessere Vereinbarung von Familie und Beruf gepocht wurde. In Sachen Bildung appellierte die Kommission, dass anstatt sehr langer Ausbildungszeiten vielmehr lebenslanges Lernen als notwendige Selbstverständlichkeit begriffen werden müsse. Bezogen auf den Bevölkerungsrückgang sowie Einwanderungen strich Walter Link anlässlich des 10. Siemens Business Services Forum am 08. Juni 2004 unter Berufung auf die Kommissionsergebnisse hervor: „Nicht allein die Größe einer Volkswirtschaft ist entscheidend. Wichtig ist es, eine leistungs- und zukunftsfähige Bevölkerung sicherzustellen. Qualität, nicht Quantität ist hier von Bedeutung.“ Daher müsse das Qualifikationsniveau von Immigranten deutlicher berücksichtigt, gleichwohl aber auch für effektive Integrationsmaßnahmen gesorgt werden.

Besonders am Herzen lag Walter Link, immer wieder darauf hinzuweisen, dass es schlimm sei, wenn „von einer vergreisenden oder grauen Gesellschaft oder gar von Rentnerbergen gesprochen wird.“ Dann stellte er stets heraus: „Unsere Gesellschaft hat nicht zu viele alte Menschen, sondern zu wenig junge; wir haben eine Unterjüngung.“ Hierbei nannte er das ab dem 60. Lebensjahr steigende Risiko von Demenz-Erkrankungen oft als eine der größten Herausforderungen, da der Pflege durch Angehörige Grenzen – beispielsweise durch Berufstätigkeit – gesetzt sind und rund 35 Prozent der Altenpfleger schon nach ihrer Ausbildung wegen psychisch-physischer Überlastung aussteigen. Ganz Sozialpolitiker forderte er daher: „Arbeit am Menschen sollte nicht schlechter bezahlt werden als Arbeit an der Maschine.“

In seiner Wahlkreisarbeit blieb er vielen Themen, die ihn schon als Landtagsabgeordneten beschäftigt hatten, treu. Der für die heimische Infrastruktur und damit für die wirtschaftliche Entwicklung so wichtige Ausbau der Bundesstraßen musste vorangetrieben werden; die Situation der Turnhallen galt es weiter zu verbessern; für den Naturschutz in der Dümmer-Region organisierte er Bundesmittel in Millionenhöhe; die landwirtschaftlichen Betriebe benötigten Unterstützung vor allem gegenüber Bestimmungen der Europäischen Union. Hinzu kam ebenso der Radwegebau wie der Bau von Umgehungsstraßen in Stuhr/Brinkum, Bassum und Sulingen. Eine andere Verbesserung des Verkehrsflusses ermöglichte die Ersetzung straßengleicher Bahnübergänge mittels Brücken oder Unterführungen.

Zu einer besonderen Institution entwickelten sich die „Wehrblecker Gespräche“, zu denen Walter Link in gewissen Abständen verschiedene Gäste zu sich nach Hause einlud, um bestimmte Themen gemeinsam zu diskutieren. Drei Beispiele: Am 22. Dezember 1986 wurde unter anderem mit Berlins Senator für Gesundheit und Soziales, Ulf Fink, über Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik geredet; um mehr über die Situation der im Landkreis Diepholz lebenden Aussiedler zu erfahren, lud er eine Gruppe von ihnen am 22. August 1997 ein; nach den Kommunalwahlen 1986 traf er sich mit den vier jüngsten Stadt- und Gemeinderäten der Jungen Union, um ihnen Tipps für ihre kommunalpolitische Arbeit zu geben.

Freilich wusste sich Walter Link weiterhin Gehör zu verschaffen, von seiner Schärfe im Ausdruck büßte er über die Jahre nichts ein. Erschien es ihm geboten, so gab es ein Machtwort: „Unsere Landwirte brauchen keine Ideologen wie Frau Künast, sondern endlich einen Landwirtschaftsminister, der seinem Amt und seiner Funktion gerecht wird“, hieß es am 18. September 2002 auf einer Wurfsendung. Freilich ging es auch dezenter, wie dem stenographischen Bericht vom 09. September 2004 zu entnehmen ist: „Frau Bundesministerin Renate Schmidt, Sie haben sich in diesem Jahr gegenüber Ihrer Haushaltsrede des letzten Jahres gesteigert; denn damals hatten Sie für die Seniorenpolitik nur einen Halbsatz; heute waren es mehrere Halbsätze.“

Freundschaftlich ging es dafür im „Tüddelclub“ zu, dem einige CDU-Bundestagsabgeordnete aus Niedersachsen angehören; das prominenteste Mitglied ist die einstige Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth. Ursprünglich waren sie als „Treppchen-Kreis“ bekannt, da sie sich regelmäßig im Bonner Restaurant „Zum Treppchen“ trafen. „Sollte unsere aktive politische Zeit zu Ende gehen, so beschlossen wir, wollten wir einen ‚Tüddelclub‘ gründen“, berichtete der ehemalige Abgeordnete Wilfried Bohlsen. Am 19. August 1999 war es soweit, die Gründung erfolgte auf dem Brocken im Harz. „Außer den Ehemaligen war auch ein Aktiver dabei. Wer War es? Walter Link!“, erzählte Wilfried Bohlsen. Ursula Link: „Die haben viel Politik in Bad Godesberg gemacht. Manchmal sogar in der Dienstvilla von Frau Süssmuth. ‚Da haben wir die Weichen gestellt‘, sagte Walter. Er meinte aber auch, dass er so etwas in Berlin nicht mehr erlebte.“ An Walter Links 60. Geburtstag, dem Bundestagspräsidentin Süssmuth beiwohnte, bestätigte sie, dass einige Anregungen aus diesem Kreis kamen, die der Unionsführung nicht ausschließlich Frohsinn bereiteten. Immerhin, den Umzug des Regierungssitzes von Bonn nach Berlin hat der „Tüddelclub“ überstanden, er kommt noch heute zusammen.

Walter Links große Bühne in der Bundespolitik war die Sozialpolitik. Seine enormen Leistungen spiegeln sich in der Überschrift eines Interviews mit ihm wieder, das der Klönsnack in seiner Augustausgabe 2002 veröffentlichte: „Vom Former zum Reformer“.

 

… und er leistete noch mehr

Ein weiteres Betätigungsfeld Walter Links bildete die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) sowie eine Arbeitnehmergruppe, in der sich ungefähr 80 Unions-Abgeordnete zusammenschlossen, die entweder in den Sozialausschüssen arbeiteten oder ihnen sehr gewogen waren. Im Übrigen wies nur die CDU/CSU-Fraktion eine solche Vereinigung auf, woran sich bis heute nichts änderte. 1994 und 1996 riefen speziell zwei Programme, die sowohl Wachstum und Beschäftigung fördern als auch die Staatshaushalte entlasten sollten, besagte Arbeitnehmergruppe, deren Vorsitzender Walter Link war, mit auf den Plan. Unter anderem ging es um die Einführung von Karenztagen, wodurch vom ersten Krankheitstag an keine Lohnfortzahlung mehr hätte geleistet werden müssen. Vereint mit weiteren Gegnern stritt er erfolgreich dafür, dass im deutschen Sozialsystem keine Karenztage eingeführt wurden.



Sozialpolitisches Engagement außerhalb des Parlaments, hier mit Edith Heckmann (Privat)

Einer dieser Mitstreiter war der damalige CDA-Chef Rainer Eppelmann. Die „Welt“ vom 18. April 1996 zitierte die Meinung der beiden zur geplanten Verschiebung der beschlossenen Kindergelderhöhung in zwei Artikeln. Darin wurde unter anderem geschrieben: „Ihr Kommentar: ‚Abstrus.‘ In einer Erklärung der Sozialpolitiker hieß es: ‚Alle Sparvorschläge müssen ökonomisch und sozial verantwortbar sein.‘ Es gelte, die ‚erfolgreiche Konsensstrategie Bundeskanzler Helmut Kohls‘ zu schützen.“ Indem er sowohl die Sicht der Arbeitnehmer als auch die der Arbeitgeber im Blick hatte, erwies sich Walter Link als ein ausgeglichener Sozialpolitiker.

Ohnehin verband ihn und Rainer Eppelmann, die sich nach der „Wende“ als Abgeordnete im Deutschen Bundestag kennengelernt hatten, eine langjährige Freundschaft. Bei Wahlkämpfen und anderen Veranstaltungen unterstützten sie einander, in der CDA arbeiteten sie eng zusammen. Nachdem Walter Link in unterschiedlichen Vorständen der Niedersächsischen CDA in Kreis-, Bezirks- und Landesverbänden mitgewirkt hatte, war er von 1989 bis 2003 der stellvertretende CDA-Bundesvorsitzende und damit Rainer Eppelmanns rechte Hand.

„Wenn sich die Arbeit der Zukunft wie dargestellt verändert, wenn wir einen Kapital-und Arbeitsmarkt ohne Grenzen haben, müssen wir dafür sorgen, dass der Mensch und Menschlichkeit im Mittelpunkt bleiben“, beschrieb Walter Link anlässlich der Delegiertenversammlung des Bundesverbandes Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen e.V. am 26. Februar 2000 dessen Aufgaben. Weiter sagte er: „Viele Unternehmer müssen sich stärker der sozialen Bedeutung ihres Tuns und der Verantwortung für unser Land bewusst sein. Deutschland ist eben nicht nur Spielwiese für Gewinninteressen.“ Begleitet wurden solche Aussagen zumeist von Erinnerungen an die Eigenverantwortung der Menschen ganz im Sinne eines von ihm häufiger verwandten Bibel-Zitats: „Suchet der Stadt Bestes“.















Walter Link mit Schwester Marianne Iburg vom Diakonissen-Mutterhaus „Altsvandsburg“ in Lemförde und Axel Knoerig beim Kirchentag 2009 in Bremen (Privat
)

Diakon Friedrich-Wilhelm Meine unterstrich bei der Trauerfeier für Walter Link: „Er ist als Politiker Diakon geblieben. Er engagierte sich für den Andachtskreis der Abgeordneten des Bundestages, quer durch alle Parteien“ Tatsächlich war Walter Link der Auffassung, „eine wertelose Politik wäre auch eine wertlose Politik“ – dies äußerte er in seiner Rede am 26. Februar 2000. Feste Grundsätze waren für ihn darum elementarer Bestandteil eines Charakters, um nicht Getriebener von Modetrends zu werden. Diese Ansicht schärfte er auch seinen Parteifreunden ein, so etwa während einer Rede zum 50-jährigen Bestehen des CDU-Kreisverbandes Diepholz am 20. Dezember 1996: „Gottvertrauen, Selbstvertrauen, die Würde des Menschen, verantwortete Freiheit und sozialer Ausgleich für die, die – aus welchen Gründen auch immer – nicht leistungsfähig sind, das sind die Markenzeichen unserer Union. Und diese Markenzeichen müssen auch im nächsten Jahrhundert gelten.“

Vor Staatsgrenzen machte dieser Grundsatz für Walter Link nicht Halt. In den 1980ern kam er als stellvertretender CDA-Bundesvorsitzender und CDU-Kreisvorsitzender mehrfach mit Lech Walesa zusammen. Dieser war damals Vorsitzender der Gewerkschaft Solidarność, dann Streikführer auf der Lenin-Werft, von wo aus der Reformprozess im kommunistisch regierten Polen ausging. Walter Link unterstützte die Bewegung mit dringend benötigten Büromaterialen, die er im Landkreis Diepholz sammelte. „Die friedliche deutsche Revolution, die zur Wiedervereinigung führte, ist ohne Lech Walesa Anfang der achtziger Jahre und auch die Budapester Grenzöffnung im Sommer 1989 nicht denkbar“, teilte Walter Link am 11.11.2004 der Sulinger Kreiszeitung mit. Zwei Tage zuvor traf er Lech Walesa anlässlich der Gedenkfeier zum 15-jährigen Jubiläum des Mauerfalls wieder.

Mehrfach besuchte er Afrika, wohin er kistenweise Brillen mitnahm – das war möglich, weil die Flüge von der Bundeswehr durchgeführt wurden, dementsprechend ausreichend Ladekapazitäten vorhanden waren. Die zweite Brillensammlung unterstützte auch die CDA. In Afrika selbst war es ihm jedes Mal ein Bedürfnis, in die Missionsstationen in seiner Nähe zu kommen. „Als er einmal in Ruanda war, fuhr er zu einer Schwesternstation, die allerdings weit abgelegen von der Hauptstadt war. Da kam er dann eben nur mit viel Militärschutz hin“, erwähnte Ursula Link.







Gemeinsam mit Freund Rainer Eppelmann (1. v.l.) in Afrika (Privat)

Ihr sind die Urlaube mit ihrem Mann noch in guter Erinnerung, da sie das eine oder andere Beispiel für den Alltag eines so umtriebigen Berufspolitikers wie Walter Link boten. Einmal musste sie vier Urlaubstage opfern, um ihn zum Flughafen zu bringen und wieder abzuholen, weil Sondersitzungen des Bundestages anberaumt wurden. Ein anderes Mal, als sie die Jagdhütte eines Freundes mieteten, da „mussten wir 800 Meter durch den finnischen Urwald zu dem Häuschen wandern, weil der Weg nicht mit dem Auto zu befahren war. Und dann hing da ein Zettel an der Tür, Walter müsse sich sofort in Bonn melden und zurückfahren. Nur waren da schon alle Flüge ausgebucht und dann rief seine Sekretärin an: Alles sei geregelt. Ich weiß bis heute nicht, ob da einer abgesagt hat oder die einen rausgekegelt haben.“ Kam nichts dazwischen, begleitete Walter Link auch schon einmal befreundete Jäger. Geschossen hat er nie, dafür aber gebetet: „Lieber Gott, bitte mach, dass kein Elch kommt“, wie er seiner Frau nach einem Jagdausflug berichtete. Letztlich war die Beziehung zu Finnland auch beruflicher Natur, denn über viele Jahre gehörte er einer deutsch-finnischen Parlamentarier-Gruppe an. Im Juni 1993 wurde er sogar von Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl beauftragt, die Bundes-CDU beim Parteitag der kon-servativen finnischen Partei Kansallinen Kokoomus partei zu repräsentieren.

Andere enge Kontakte pflegte Walter Link nach Taiwan. Mit Diplomaten in der Ständigen Vertretung der Republik China auf Taiwan schloss er Freundschaften, wobei gerade der ehemalige Persönliche Referent des Hohen Repräsentanten, Dr. Klement Gu, sowie der Leiter der Politischen Abteilung, Karl Cheng, zu nennen sind. Speziell zu Dr. Gu und seiner Familie pflegte er ein intensives Verhältnis. In der Rede zur Verabschiedung Klement Gus am 24. Januar 2001 bekundete Walter Link: „Zum Abschied sage ich Ihnen, hochverehrter Herr Botschafter, als Abgeordneter des Deutschen Bundestages und als Freund Ihres Landes: Sie können stolz auf einen solchen Diplomaten, wie es Klement Gu ist, sein. Meine Frau und ich sind stolz darauf, in Deutschland solche Freunde gewonnen zu haben.“ Schließlich besuchten sich Links und Gus gegenseitig in Wehrbleck und Taiwan, einige Weihnachten wurden auch gemeinsam verbracht.











Internationale Freundschaften: Klement Gu, Walter Link und Karl Cheng

(Privat)

1984 war Walter Link das erste Mal in Taiwan, weitere Reisen dorthin folgten. Verbunden waren diese häufig mit offiziellen Terminen, etwa mehreren Vortragsveranstaltungen zum Thema Demografie 2001. Bei seinen Visiten in Taiwan nutzte er zumeist die Gelegenheit, die Diakonisse Schwester Lilly zu treffen, die aus seinem Wahlkreis kommt und seit mehreren Jahrzehnten in Taichung arbeitet. Zuletzt war er 2005 in Taiwan, dieses Mal auf Einladung der Weltliga für Freiheit und Demokratie (WLFD), die eine von den Vereinten Nationen akkreditierte Organisation ist. „Link nahm an der Sitzung des Präsidiums teil und äußerte vor Vertretern vieler Länder, sich für ein stärkeres Engagement der Bundesrepublik Deutschland einsetzen zu wollen“, berichtete die Kreiszeitung am 29. Januar des Jahres.

Eine andere parteiinterne Aufgabe erhielt Walter Link nach der Wahlniederlage der CDU in Niedersachsen. Er wurde stellvertretender Landesvorsitzender und war daran beteiligt, ein Kontrastprogramm zum politischen Gegner zu entwerfen. Auf die Frage des Klönsnack vom August 2002, ob er sich als etablierter Sozialpolitiker vorstellen könne, dem Schattenkabinett des designierten Spitzenkandidaten Christian Wulff anzugehören, entgegnete er: „Vor der letzten Landtagswahl, als Ernst Albrecht kandidierte und später von Rita Süssmuth abgelöst werden sollte, hätte ich mir dies gut vorstellen können. Heute sage ich klar und deutlich, daß ich in Bonn bleibe, wenn meine Partei mich aufstellt und ich wieder gewählt werde.“

















Unermüdlich im Einsatz: Walter Link und seine Mitarbeiter beim   Bearbeiten der eingegangenen
Post (Privat)

Zuletzt ist eine Aktivität Walter Links unbedingt zu erwähnen. Direkt nach dem Fall der Berliner Mauer, am 09. November 1989, initiierte er die Aktion „Deutsche aus Ost und West besuchen sich Weihnachten“. Sechs Wochen gab er sich, seinem Team und deutschlandweit über 200 ehrenamtlich Helfenden, um das Projekt zu realisieren. Eine Brücke zwischen den wieder zu einem Volke vereinten Deutschen wollte er bauen, zum Zusammenwachsen Deutschlands beitragen. Mehr als 50.000 Briefe gingen bei ihm und seinen Unterstützern ein von Menschen, die gerne mit ihren Landsleuten Weihnachten oder Neujahr feiern wollten. Die Briefaktion führte zu einer größeren Resonanz als erwartet, in Tag- und Nachtschichten wurde daran gearbeitet, die Interessierten zusammenzubringen. Sämtliche deutschen Medien, von der Presse über den Rundfunk bis hin zum Fernsehen, berichteten darüber.


Der Weihnachtsaktion folgten weitere verbindende Maßnahmen, zum Beispiel 1990, als der CDU-Kreisverband Diepholz die CDU in Wurzen und Torgau bei der Volkskammerwahl unterstützte. Oder am 19. Februar 1996 in Rehden:





Rita Süssmuth überreicht Walter Link das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
(Privat)

„Da finden Menschen zueinander, die jahrzehntelang vieles voneinander trennte. Da können Menschen, die schon seit vielen Jahren der CDU angehören, mit solchen zusammenarbeiten, die erst nach dem Sturz der SED-Diktatur den Weg in die Union fanden“, kommentierte Rainer Eppelmann die Schließung eines Patenschaftsvertrages zwischen den CDU-Kreisverbänden Diepholz und Märkisch-Oberland.

Ein herausragender Ehrentag stand mit dem 29. Juli 1992 bevor: Es war der Tag der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse an Walter Link. In Anbetracht seines umfassenden und vielseitigen Einsatzes sowie ausdrücklich der Weihnachtsaktion sollen Bundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker und Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl ihn darüber hinaus sehr gelobt haben. Ausgehändigt wurde die Auszeichnung von Walter Links guter Freundin, Rita Süssmuth.

2003 war Walter Link inzwischen ein Vierteljahrhundert Berufspolitiker, ein Jahr später konnte er mit einer Rekordleistung aufwarten. Der Informationsdienst des Deutschen Bundestages gab nämlich eine Meldung heraus, nach der Walter Link, gemessen an der Zugehörigkeit zum Parlament, die längste Parteitreue aller Bundestagsabgeordneten besaß: In 48 Jahren CDU-Mitgliedschaft gehörte er 21 Jahre dem Deutschen Bundestag an. Tatkräftige Unterstützung während dieser Zeit erhielt er besonders von seiner langjährigen Mitarbeiterin im Berliner Abgeordnetenbüro, Christiane von Hoff (geborene von Behr), deren Familie aus Hoya stammt.

 

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Es geht weiter – Die Zeit nach dem Mandat

Übrigens bin ich nicht der Meinung, dass ältere Menschen zum alten Eisen gehören. Die Älteren von heute haben mehr Kompetenz im Alter als die von früher.

Rückblickend auf seine Zeit als Berufspolitiker merkte Walter Link wieder und wieder an, dass Politik und Sport immer zwei Paar Schuhe für ihn gewesen seien. Trotzdem kam er nicht umhin einzugestehen, dass sich seine Betätigungen im Sport ebenso positiv auf die ihm zugeschriebene Bodenhaftigkeit auswirkten wie die Mitarbeit in den Unions-Gruppierungen. Axel Knoerig, Vorsitzender des CDU-Samtgemeindeverbandes Kirchdorf, hielt bei einer Mitgliederversammlung im Juli 2006 fest: „Walter Link hat immer die Kommunal-, die Landes- und die Bundespolitik in einem Guss gesehen.“ Nach der Aufzählung seiner Leistungen sagte Walter Link: „Es hört sich, wenn man diese Zahlen konzentriert vor Augen hat, nach harter Arbeit an. Da ich diese politische Arbeit für die Menschen in unserer Region immer sehr gerne getan habe, hat sie mir viel Freude bereitet.“ Indem er nahe bei den Menschen war, erfuhr er, was sie bewegte. Vielen sind heute noch seine Worte während der Delegiertenversammlung des Bundesverbandes Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen am 26. Februar 2000 in Erinnerung: „Nur fröhliche Menschen können ernsthafte Politik machen.“

Zu seinen schönsten Erlebnissen während seiner Zeit als Berufspolitiker zählte Walter Link die geglückte friedliche Revolution mit dem Ergebnis des Mauerfalls am 09. November 1989. Wie die meisten seiner Zeitgenossen hatte er das so plötzlich hereinbrechende Ende des DDR-Regimes für bestenfalls wenig wahrscheinlich gehalten, umso größer war die Erfüllung des „Wunschtraums vieler Politikerinnen und Politiker“. Hinzu kam die große Freude angesichts der verabschiedeten Europäischen Verträge, die die Zuversicht auf einen ernstzunehmenden gesamteuropäischen Friedensprozess stärkten.

Schlechte Erinnerungen verband er mit dem 13. September 1996, einem Freitag, an dem die einschränkenden Sozialgesetze verabschiedet wurden. Walter Link: „Mit einigen anderen Kolleginnen und Kollegen aus meiner Fraktion wollten wir unsere Zustimmung verweigern. Wir hatten dies in der Öffentlichkeit auch immer wieder deutlich gemacht. Bei der knappen Mehrheit der Regierungskoalition aus CDU/CSU und F.D.P. hätte eine Verweigerung der Zustimmung später den Kanzler stürzen können. Es war zwar keine Gewissensentscheidung, aber dieses Sich-Umstimmen-Lassen schmerzt mich bis heute. Es war falsch!“

„2006 wird sich Walter Link vollends aus dem politischen Geschäft zurückziehen, Abschied nehmen von den Bühnen in Hannover, Bonn und Berlin. Dann will er sich nur noch den Dingen widmen, die ihn sein ganzes Berufsleben begleitet haben – der Kirche, dem Sport und seiner Frau Ursula“, hieß es am 29. Dezember 2003 in der Sulinger Kreiszeitung. Tatenlosigkeit im Alter stand für ihn jedenfalls nicht an, wie er am 22. Januar 1999 im Rahmen der 3. Vorstandssitzung der CDA in Niedersachsen ankündigte: „Übrigens bin ich nicht der Meinung, dass ältere Menschen zum alten Eisen gehören. Die Älteren von heute haben mehr Kompetenz im Alter als die von früher.“ Bei einer anderen Gelegenheit flachste er: „Rentner sind ein Wirtschaftsfaktor – und das nicht nur im Hinblick auf Kukident, Sehhilfen, Hörgeräte, Treppenlifte, Gehhilfen, Rollstühle, Pflegeleistungen und Pflegebetten. Manches Reiseunternehmen könnte schließen, wenn es die Senioren nicht gäbe – und manche Senioren wären durchaus bereit, mehr auszugeben, wenn das entsprechende Angebot da wäre.“


Seit 2004 unterstützte Walter Link zusammen mit Friedhelm Hartkamp die Arbeit von Christen in Litauen sowohl finanziell als auch durch Sammlungen von Gebrauchs- gegenständen oder

Der Hilfstransport nach Litauen kann losgehen
(Friedhelm Hartkamp)

Baumaterialien, etwa zur Errichtung eines Heims für ledige junge Mütter in Šakiai. An der Übergabe der Hilfsmittel vor Ort war Walter Link gerne beteiligt, weil ihm so die Verbesserungen veranschaulicht werden konnten. Außerdem schloss er Freundschaft mit dem jüngsten Bischof der Welt, dem 28-jährigen Mindaugas Sabutis. Auf Einladung Walter Links besuchte der Bischof zum Beispiel 2005 den Landkreis Diepholz, wo er an Gottesdiensten teilnahm und die frühere Wirkungsstätte seines Freundes kennenlernte: Die Freistätter Diakonie.

Kleinere Tätigkeiten sollten es also fortan sein, doch es kam anders: „Eigentlich wollte ich keine so große Aufgabe mehr übernehmen. Allerdings wurde ich so gebeten, dass ich nicht mehr nein sagen konnte.“ Die in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen Deutschlands (BAGSO) vereinten 94 Seniorenverbände mit ihren 13 Millionen Mitgliedern wählten auf Vorschlag Roswitha Verhülsdonks, der ehemaligen BAGSO-Vorsitzenden und Staatssekretärin a.D., Walter Link 2006 zu ihrem neuen Vorsitzenden.

















Bundespräsident Horst Köhler und Frau Eva-Luise im Austausch mit Walter Link

(BAGSO/von Lingen)

Die Sulinger Kreiszeitung informierte am 02. Dezember des Jahres über seine Arbeitsschwerpunkte: „Das Bild und die Stellung älterer Menschen in Gesellschaft und Familie zu verbessern und ein selbst bestimmtes Leben im Alter zu ermöglichen. Ältere sollen bestärkt werden, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.“ Somit hatte er die Chance, den Forderungen seiner Enquête-Kommission zur Umsetzung zu verhelfen. Dr. Guido Klumpp, Geschäftsführer der BAGSO, hob hervor, dass „es Herrn Link immer ein Anliegen war zu betonen, dass die BAGSO zwar die Lobby, das Sprachrohr der Älteren ist, aber nie gegen andere Generationen, sondern im Gegenteil immer mit dem Blick auf die nachfolgenden Generationen.“

Zu den besonderen Verdiensten Walter Links gehöre, so Guido Klumpp, eine Professionalisierung nach innen sowie eine Bekanntheitssteigerung der BAGSO in der Politik. Seine hervorragenden, überparteilichen Kontakte seien dafür äußerst nützlich gewesen. Gleich zweimal war er im Januar 2007 bei Bundespräsident Horst Köhler zu Gast: Wegen des Neujahrsempfangs und anlässlich eines 90-minütigen Gesprächs zur Zukunftsgestaltung der Generationen in einer alternden Gesellschaft – dies gerade unter Berücksichtigung einer steigenden Altersarmut.

2009 eröffnete Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel zusammen mit Walter Link den 9. Deutschen Seniorentag in Leipzig. In ihrer Rede zum 10. Deutschen Seniorentag am 04. Mai 2012 in Hamburg gedachte die Kanzlerin Walter Link: „Aber es sei mir auch gestattet, an dieser Stelle noch einmal an Walter Link zu erinnern. Mit ihm habe ich vor drei Jahren den Seniorentag in Leipzig eröffnet. Ich erinnere mich ausgesprochen gern daran zurück. Walter Link war ein treuer Anwalt für die Anliegen Älterer an der Spitze der BAGSO, aber auch im Deutschen Bundestag. Er hat für Verständnis zwischen den Generationen geworben. Und er hat den Blick von uns allen für den demografischen Wandel geschärft. Deshalb möchte ich an dieser Stelle sehr gern an ihn und seine Arbeit erinnern.“



Walter Link eröffnet gemeinsam mit Angela Merkel den 9. Deutschen

Seniorentag (BAGSO/Grundmann)

Im Alter von 72 Jahren erlag Walter Link am 15. Januar 2010 einer kurzen schweren Krankheit. Die Beisetzung erfolgte acht Tage darauf in Bielefeld. Sein enger Freund Axel Knoerig sagte: „Dort schließt sich der Lebenskreis.“

Herausgeber: Axel Knoerig MdB

Autor: Sebastian Köster

Druck: CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Berlin 2012


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